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Wien Mitte Markthalle, Wien, A
BREATHLESS
Kurator: Adam Budak
7. Mai - 30. Mai. 2009

Clemens Hollerer
To the center
2009
Latexfarbe, Teppich
Maße variabel
Installationsansichten: Breathless, Markthalle Wien Mitte, Wien, A
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english / deutsch
BREATHLESS
Die Ausstellung „Breathless“, kuratiert von Adam Budak, versammelt vorwiegend von den jungen aufstrebenden Wiener Galerien – Galerie Dana Charkasi, der Galerie Andreas Huber, Momentum und Winiarzyk– vertretene KünstlerInnen und findet in den spektakulären Räumlichkeiten der ehemaligen Markthalle Wien-Mitte statt.
Diese Ausstellung ist keine Hommage an einen Kultfilm, sondern vielmehr ein von der Koinzidenz gespeister Impuls einer unbewussten Natur, versucht sie doch, sich über das wichtige Gehabe eines vermeintlichen Rebellen lustig zu machen, wie es J.-L. Godard in der sprachlichen Spannung der dekadenten Frage: „QU’EST-CE QUE C’EST DÉGUEULASSE?“ (1.) tut.
Wenn die Ausstellung „Breathless“ dennoch auf den Film anspielt, so indem sie frei zwischen Roadmovie und Film Noire oszilliert und – wie ein Film – einen Versuch darstellt, „das Leben zu zeigen wie es ist, wenn man sich von falscher Moral verabschiedet und heiter ohne letzte Vernunftgründe zu leben gelernt hat“ (Tao Ruspoli). Es könnte sich um eine zynische Studie über eine spontan kalkulierte Luftvergeudung oder ein Luftverbesserungsexperiment über das Wesen der Atmung im inflationären Augenblick eines Generationenbruchs handeln, tatsächlich aber handelt es sich um eine Exkursion in eine Grammatik der Extreme zwischen der fast melancholisch zu nennenden und „ernsthaft-stylischen“ Produktion von „Leben“ und dem anarchischen Aneignungsversuch eines „anything goes“, also zwischen erzwungener Luftknappheit und notwendigem Atmungsexzess.
Großmäulige Antihelden und Ganoven und ihre möglichen Leben bergen das Versprechen einer kommenden Revolte in einem Drama luftiger Emotionen, das bis zur Erschöpfung und an die Grenzen sprachlichen Vermögens und Scheiterns geht. Im Raum zwischen den Atemzügen, im Übergang zwischen Ausatmen und unweigerlichem neuerlichen Einatmen, in diesem Raum am Rande des Atmens wird der Wunsch, den Atem zu überwinden, „die Luft zu vergessen“ zur Atemlosigkeit, einem utopischen Zustand der Klärung. Atemnot und Atemüberschuss, die Verzweiflung eines Neuanfangs. Was geschieht zwischen den Atemzügen? Notlage und Zustand erhöhter Wachsamkeit, Ritual, bevorzugtes Medium von Schamanen: der Atem als Matrize für zu entdeckende Intensitäten und Subjektivitäten. Atmen steht vor allem für eine Begegnung mit der Realität schlechthin: mit Atemübungen wird man seiner selbst (seines Selbst – des Atman) bewusst oder dringt in das Wesen des Lebens und der kosmischen Elemente vor oder man gelangt schließlich – zwischen zwei Atemzügen – zu einer im Herzen gefühlten Empfindsamkeit, die alles transzendiert (Georgios T. Halkias). Der Atem hängt zudem phänomenologisch mit vielen „Formen der Rede“ (Gebet, Lied, Flüstern, Schreien usw.) zusammen und ist damit eine Artikulation „vor der Sprache, vor der Zungenwurzel, dort wo mit dem Nach-Luft-Schnappen das Göttliche anerkannt wird; Ruah, Atem, Atmen, Wind, Hauch des Geistes beim letzten Atemzug, der das wilde Klopfen des Herzens übertönt.“ (Michel Serres).
Für die KünstlerInnen der „Breathless“-Ausstellung fließen das Politische und das Performative zu einem fast monochromen Bedeutungsstrom zusammen, der sich festen Hierarchien und Routinen widersetzt. Damit wird „Breathless“ zu einer Paraphrase der Beckettschen Beschwörungsformel: Versuche es nochmals, atme nochmals, atme besser. C’est une dégueulasse!
Kuratiert von Adam Budak unter Mitwirkung von Allsopp&Weir, Klaus Auderer, Pirmin Blum, Josef Dabernig (mit G.R.A.M. und Markus Scherer), Carola Dertnig, Peter Garmusch, Gerd Hasler, Judith Hopf, Karl Karner, Leopold Kessler, Ute Müller, Susanne Schuda, Martin Vesely und Gastauftritten von Clemens Hollerer, Agnieszka Polska, Alexandre Singh und Florian Zeyfang
(1.) Bei Fragen bezüglich der Übersetzung kontaktieren Sie uns bitte.
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